Die Metaphysik d. Raumes (mit Anmerkung)

 
Das metaphysische Grundverständnis des Vastu kommt im Sanskrit in dem Vers "Vastureva Vaastu" (Es ist der Raum selbst, der sich in die Materie "wandelt") zum Ausdruck. Das bedeutet, dass es der Raum selbst (vastu) ist, der sich in Form (vaastu) umwandelt.
Die Manifestation der Form aus dem unmanifestierten Raum geschieht durch die Wirkung der absoluten Zeit, die als selbsterregte Schwingung des Raumes (s. allg. Hinweis d. Red.: Information, Energie u. Geometrie) in Erscheinung tritt. Als Raum wird in diesem Zusammenhang nicht nur der äußere Raum betrachtet, den wir mit unseren äußeren Sinnen wahrnehmen, sondern auch der   i n n e r e  R a u m  des   B e w u s s t s e i n s.  Beide werden duch den Fluss der Zeit verwandelt (s. Hinweis Raum).

Aus dem äußeren Raum wird die Welt der materiellen Manifestationen, darunter die der Architektur,
aus dem inneren Raum entsteht die Welt der Wahrnehmungen und inneren Bilder, die der äußeren Wirklichkeit wie ein  Spiegelbild gegenübersteht.
Nach einem höheren metaphysischen Verständnis sind der äußere und innere Raum nicht voneinander zu trennen. Sie finden ihre Einheit im Materie-Bewusstseins-Feld (Mahat Tattva).
Die ursprüngliche, selbsterregte Vibration des Raumes kommt in der manifestierten Welt in zwei Formen direkt zum Ausdruck:

- In der Form von Klang schwingt sie in den niedrigen Frequenzen, die für das menschliche Ohr hörbar sind, während sie

- in der Form des Lichtes in viel höheren Frequenzen schwingt, die im elektromagnetischen Bereich durch die Augen wahrgenommen werden können.

 
In diesen zwei Formen ist die ursprüngliche begegende Kraft der ewigen Zeit direkt durch unsere Sinne wahrnehmbar.
 
Unter Vastu versteht man die unmanifestierte feinstoffliche Energie, die alldurchdringend im Raum gegenwärtig ist und eines ständigen zeitlichen Prozesses bedarf, um in den Formen der Wirklichkeit sichtbar zu werden (s. allg. Hinweis d. Red.: Information, Energie u. Geometrie).
Diese feinstoffliche Energie tritt in Gestalt des Vastupurusha in Erscheinung, dieses kosmischen Wesens, das die gebändigte, chaotische Form der göttlichen Energie verkörpert. Alle verkörperten organische Wesen sind, ebenso wie Bauwerke oder anorganischen Formen der Natur, manifestierter Ausdruck des Vastu und werden als Vaastu bezeichnet.
Raum ist die ursprüngliche Form des Universums. Aus dem vibrierenden feinstofflichen Raum, der sowohl in den Veden als auch in der westlichen Physik als Äther bezeichnet wird, gehen die Berührung und das Element Luft hervor, das die Quanten- und Subquantenprozesse umfasst, welche der physikalischen Welt angehören, deren Größenordnung noch unterhalb der Elemetarteilchen liegt.
Vastu lehrt, die Ganzheit und Harmonie der kosmischen Urform und Urschwingung in dem geschaffenen Raum zu manifestieren. Auf diese Weise schafft Vastu heilige Räume, die in Rensonanz zu einem entsprechend geläuterten Bewusstsein stehen. Es strebt die Verbindung und positive Resonanz zwischen dem äußeren und dem inneren Raum an.
Der Raum hat ein unbegenztes energetisches Potential in sich, um seine energetischen Eigenschaften zu manifestieren. In der modernen Physik wurde dieses energetische Potential als die Nullpunktenergie des Vakuums oder die Energie des Subqunantenfeldes identifiziert. Theoretischen Berechnungen zufolge enthält das Vakuum mehr Energie als die gesamte manifestierte Materie.
Die Aufgabe des Vastu besteht nun darin, einen möglichst harmonischen und erhebenden Klang und Rhythmus in einem Gebäude zu manifestieren, sodass das Bewusstsein der Bewohner dieses Raumes in entsprecheder Weise beeinflusst wird.
 
Anmerkung (Anm.d.Red):
Bezogen auf den Raum:
"..Das bedeutet, dass es der Raum selbst ist, der sich in Form umwandelt."
Diese Aussage resultiert daraus, dass es keinen leeren Raum gibt 6).
In der Welt der Erscheinungen sind in Räumen anwesend:
1. feste Stoffe (auch flüchtige und Gase), auf Räume bezogen die Wände,
2. Äther (neutrale Lebensenergie geladene Substanzen),
3. Astralfluiden (gerichtete, polarisierte Energien).
Bezogen auf Mensch/Raum:
Ebenso ist in jeder irdischen Erscheinung (Atom, Weltall) ein lebenspendendes und ein polares Feld und daraus folgend ein Magnetismus anwesend, der das was ihm entspricht anzieht und das was ihm nicht entspricht abstösst. Auf den Menschen bezogen heißt das Determinierung ist Standard – ebenso für unsere Umgebung.
Bezogen auf den Raum eines Hauses kann man daher sagen, dass jeder Raum der Substanz des Erdenfeldes entnommen ist und durch die Bewohner ein ergänzendes, eigenes polarisiertes Feld erhält – durch das Sein, das Erleben der Bewohner im Raum, wird  den Feldern im Raum eine zusätzliche Struktur geben (Prägung, Determinierung).
Kennt man nun die polarisierten Felder (Energien) der Erde kann man Räume so anordnen, dass Räume mit bestimmten Funktionen durch die entsprechenden Energien der Erde unterstützt werden. Durch falsche Anordnung (aus Unwissenheit)  erfahren die Funktionen der Räume nicht die optimale Wirkung.
 
Eine besondere Bedeutung kommt dem äusseren und inneren Raum zu, ein Verhältnis dazu muss sich jeder selbst erschließen, denn es läuft auf ein Verstehen der eigenen Wesenheit hinaus. Es stellt sich dabei die Frage in wieweit wir uns selbst im Fluss der Zeit meist unbewusst unsere Spiegelwelten durch unsere individuelle Wahrnehmung erschaffen. Damit auch die Felder um uns in denen wir leben durch die wir die Welt betrachten und in ihr sind.
 
Bezogen auf die Welt:
Könnte es sein, dass wir uns, oder als Gruppe,  gemeinsam unsere Felder, Wahrnehmungen, Spiegelwelten schaffen. Ein Bezug zu dem morphogenetischen Feld wäre noch herzustellen. Diese Energien sind noch nicht über das Standard-Alltagsbewusstsein wahrzunehmen. In Ausrichtung auf die Existenz dieser Energien kann eine Sensorik entwickelt werden über die sich eine bewusste Wahrnehmung – ausserhalb des Dualismus – entwickeln kann. Ein Seins-Bezug in der Ausrichtung auf Erkenntnis – eine innerliches Geschehen lassen,  -  scheint mir erforderlich, nicht zu verwechseln mit  einer rein äusserlichen (Verstandes-) Entscheidung mit nur einer schlüssigen Logik wird nicht zur Wahrnehmung führen, da davon nur der äusserliche (Kopf) Mensch in seinem Dualismus mit seinen polarisierten Energien berührt und angeregt wird.
 
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1) Die vasati-bezogenen Inhalte der Website orientieren sich an dem Buch "Die Kraft lebendiger Räume" von Marcus Schmieke
6) "Es gibt keinen leeren Raum" Jan v. Rijkenborgh